Der Höhepunkt der Influenza-Saison steht noch bevor. Die Zahl der Infektionen findet üblicherweise zwischen Januar und März ihren Höhepunkt. Der empfohlene Zeitpunkt der Impfung gegen Influenza liegt im Oktober und November, doch wer den Impftermin im letzten Jahr verpasst hat, kann sich auch jetzt noch sinnvoll schützen.1
Dies empfehlen auch Bundegesundheitsminister Jens Spahn und RKI-Präsident Lothar Wieler. Insbesondere Jens Spahn ermuntert die Ärzte, die Influenza-Impfung weiterhin im Blick zu haben und die noch nie zuvor dagewesene Anzahl an verfügbaren Impfdosen von 26 Millionen auch zu verimpfen. Zwischen einer Influenza- und COVID-19-Impfung sollten zwei Wochen liegen.2
Risikogruppen, die sich impfen lassen sollten, sind Menschen ab 60 Jahren, Personen mit chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Atemwegs- und Herz-Kreislauferkrankungen, Alten- und Pflegeheimbewohner, medizinisches Personal und andere Berufstätige mit viel Publikumsverkehr sowie Schwangere ab dem 2. Trimenon. Nach einer Grippeimpfung dauert es 10 bis 14 Tagen, bis der Impfschutz vollständig aufgebaut ist.3
Influenza ist die häufigste impfpräventable Infektionskrankheit. Weltweit sterben je nach Virulenz bis zu 650.000 Menschen an Influenza.4 Trotzdem sind die Impfquoten seit Jahren zu niedrig: In der Saison 2019/2020 ließen sich bei den Menschen über 60 Jahren nur 38,8 Prozent impfen.5 Damit wurde das Ziel der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von 75 Prozent erneut verfehlt.
Influenza-Impfung während der Pandemie mit besonderer Bedeutung In dieser Saison kommt der Influenza-Impfung eine besondere Bedeutung zu, denn sie kann helfen, den gefährlichen Mix von COVID-19 und Influenza zu verhindern. Die Impfung kann außerdem dazu beitragen, schwere Influenza-Verläufe und dadurch Engpässe in Krankenhäusern (etwa bei Intensivbetten und Beatmungsplätzen) zu vermeiden.6
Unterschätzte Folgen der Influenza Trotz der Schwere der Erkrankung wird Influenza und ihre Folgen noch immer unterschätzt. So ist etwa das Risiko für eine Herzinfarkt unmittelbar nach einer Influenza-Infektion um das Zehnfache erhöht.7 Die Influenza-Impfung kann das Risiko schwerer und lebensbedrohlicher Folgen der Grippe reduzieren. Schätzungen für die Wirksamkeit der Grippeimpfung bei der Vorbeugung von Herzinfarkten liegen zwischen von 15 % bis 45 %. Diese Wirksamkeit ist vergleichbar mit routinemäßigen Maßnahmen zur Vorbeugung von Herzinfarkten wie Raucherentwöhnung (32 – 43 %), Statinen (19 – 30 %) und Medikamenten gegen Bluthochdruck (17 – 25 %).8
Referenzen 1 Epid Bull 2020 (32/33): 28-30. 2 „Zusammen gegen Corona live – Ihre Fragen zur Corona-Schutzimpfung“ vom 9.1.2021, youtu.be/r7z6uoewjlE, zuletzt aufgerufen am 13.1.2021 3 Epid. Bull 2020 (34). 4 World Health Organization (WHO). (2018c). Influenza (Seasonal). Abrufbar unter: www.who.int/en/news-room/fact-sheets/detail/influenza-(seasonal) Letzter Zugriff: 11.01.2021. 5 Epid Bull 2020 (47). 6 RKI (2020). Warum sollten sich insbesondere Risikogruppen gerade in der Corona-Pandemie gegen Grippe impfen lassen? Abrufbar unter unter: www.rki.de/SharedDocs/FAQ/Impfen/Influenza/faq_ges.html Letzter Zugriff: 11.01.2021. 7 Warren-Gash et al. Eur Respir J 2018; 51: 1701794. 8 MacIntyre CR, et al. Heart 2016;102:1953–1956. Link – www.medical-tribune.de/medizin-und-forschung/artikel/influenza-impfu ng-auch-jetzt-noch-sinnvoll/?utm_source=mail&utm_medium=email&utm_campaign=m ailshare