Patienten mit einer schlechten Mundgesundheit haben ein stark erhöhtes Risiko für einen tödlichen Verlauf bei einer SARS-CoV-2-Infektion. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler der University of Leeds in Großbritannien.
Ausgewertet wurden die Untersuchungsdaten von positiv getesteten Patienten, darunter fielen auch Angaben zum Lebensstil, zum Body-Mass-Index und zu weiteren Begleiterkrankungen in Zusammenhang mit einem Krankenhausaufenthalt und der Mortalität.
Neben bekannten Risikofaktoren wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes weisen die Forscher ausdrücklich auf einen möglichen Zusammenhang von parodontalen Erkrankungen und einem schweren bis tödlichen Krankheitsverlauf hin.
SARS-CoV-2 dringt leichter in den geschwächten Körper ein. Lagen bei den Patienten Zahnfleischentzündungen oder eine Gingivitis vor und war die Mundhöhle dadurch bereits angegriffen, verstarben diese häufiger als Personen aus der Kontrollgruppe ohne diese Erkrankungen. Bereits bestehende Entzündungsprozesse im Körper schwächen das Immunsystem, schlussfolgern die Studienleiter.
Weiter findet das Coronavirus seine Eintrittspforte in den menschlichen Organismus über den Mund- und Rachenraum. Ist dieser nicht intakt, kann das Virus einfacher in den Körper gelangen. Die erste Hürde ist leichter überwunden.
Die Studie macht zwar keine voll umfassende Aussage zu den Folgen von oralen Erkrankungen bei einer COVID-Infektion, erbringt aber wichtige Erkenntnisse, die für ein ganzheitliches Verständnis von Mundgesundheit und der neuen Virusinfektion genutzt werden können. Dass sich Personen mit schlechter Mundhygiene grundsätzlich leichter infizieren als Personen mit intakter Mundhygiene, wird mit der Studie nicht bestätigt.
Larvin, H. et al: „The Impact of Periodontal Disease on Hospital Admission and Mortality During COVID-19 Pandemic“ published on 26. Nov 2020 in Front. Med. DOI: doi.org/10.3389/fmed.2020.604980